Geschichte der Segelschifffahrt
Dies ist eine Darstellung der Entwicklung der Segelschifffahrt in Europa, vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, vom Langschiff der Wikinger zur Schonerbark im Kabeljaufang vor Neufundland in den 1920er Jahren.

Alle hier gezeigten Schiffsmodelle sind Meisterwerke von erfahrenen Modellbauern, die sie nach den besten verfügbare Plänen gebaut haben, maßstabsgerecht und exakt bis zu den kleinsten Einzelheiten. Wenn Sie nach Details suchen, wie sich die Technik der Segelschifffahrt entwickelt hat, dann finden Sie das möglicherweise hier anschaulich dargestellt. Jedes Museum wäre stolz, wenn es solche Modelle in seinem Bestand hätte.

Jedes Modell hat seine eigene Webseite mit Information über das Original-Schiff. Dort sind auch weiterführende Links zu relevanter Literatur und Museen. Jedes Schiffsmodell ist mit 20 bis 50 Fotos abgebildet. Klicken Sie auf die Bilder, um die Fotos in hoher Auflösung zu sehen. Sie werden erstaunt sein, wie klar die Details in der Originalauflösung der großformatigen Bilder zu sehen sind.

Die 33 Segelschiffsmodelle hier können natürlich keine umfassende Veranschaulichung aller Typen in der Geschichte der Segelschiffe sein, die in Europa seit der Wikingerzeit gefahren sind. Trotzdem kommen die graduelle Entwicklung der Segelschiffe in Schiffsformen, in der Verbesserung der Segeltechnik und der Rumpfkonstruktion klar zum Ausdruck. Wenn Sie ein umfassendes Buch mit vielen Illustrationen suchen, dann empfehle ich Björn Landström, "Das Schiff", Bertelsmann Verlag, 1961. Ansonsten gibt es hier noch weiterführende Links und Literatur.


1. Das Mittelalter: Wikinger-Boote und Hanseschiffe

2. Galeonen, Kriegs- und Handelsschiffe im 17. Jahrhundert

3. Handelsschiffe und Yachten im 18. Jahrhundert

4. Fregatten und Linienschiffe im 18. Jahrhundert

5. Die letzten Kriegsschiffe unter Segeln im 19. Jahrhundert

6. Handelsschiffe, Fischer- und Arbeitsboote im 19. und 20. Jahrhundert



1. Das Mittelalter: Wikinger-Boote und Hanseschiffe


 Schiffsmodell Oseberg-Schiff von 820 n.Chr.



Wikingerschiffsmodell Skuldelev 5

Schiffsmodell Hanseschiff von 1470
Das Oseberg-Schiff wurde um 820 n. Chr. gebaut. Es ist ein typisches Wikinger-Langschiff in Klinkerbauweise, ganz aus Eiche gebaut. Es ist einer der am besten erhaltenen Schiffsfunde aus der Wikingerzeit.

  Das Wikingerschiff Skuldelev 5 war ein kleines Kriegsschiff, Länge 17.5 m, das um 1040 n. Chr. gebaut wurde. Unter Segeln konnte es 14 Knoten erreichen, die Besatzung waren 30 Mann. 

  Das Hanseschiff von 1470 ist Sinnbild einer bedeutenden geschichtlichen Epoche. Im 15. Jahrhundert wurden die Hansekoggen in Klinker-Bauweise mehr und mehr durch größere Schiffe in Kraweel-Bauweise ersetzt, wie das hier gezeigte Schiff.
  

2. Galeonen, Kriegs- und Handelsschiffe im 17. Jahrhundert
   
Schiffsmodell Galeone von 1610  Schiffsmodell Wasa von 1628  Schiffsmodell Fleute Zeehaen von 1639 
Eine Galeone von 1610, rekonstruiert nach einer englischen Abhandlung von 1620 über den Schiffbau, und nach einem Votifschiff aus jener Zeit in der "Großen Kirche" (Storkyrkan) in Stockholm
 
 
 
  Die schwedische Wasa von 1628, eines der großen Kriegsschiffe, die der schwedische König Gustaf II. Adolf bauen ließ. Auf ihrer Jungfernfahrt kenterte sie im Hafen von Stockholm.
 
 
  Die holländische Fleute Zeehaen von 1639 war eines der Expeditionsschiffe von Abel Tasman. Er war der erste Europäer, der an die Küste Neuseelands gelangte.
Schiffsmodell französisches Expeditionsschiff La Belle von 1689         
Das französische Expeditionsschiff La Belle von 1689.
In den Jahren 1684 - 1686 unternahm der französische Adelige Robert Cavelier de La Salle eine Expedition, um eine französische Kolonie an der Mississippi-Mündung zu etablieren. Die La Belle war eines seiner vier Schiffe.
  
       

3. Handelsschiffe und Yachten im 18. Jahrhundert
    
Yachtmodell Max Emanuel von 1711  Schiffsmodell Galiot Stadt Elbing  Schiffsmodell Bermuda Sloop von 1740 

Eine prachtvolle Yacht, die 1711 für Max Emanuel, Herzog in Bayern und Kurfürst von der Pfalz, gebaut wurde.

 
  Die Galiot Stadt Elbing wurde 1738 auf einer Werft in Elbing für den Kaufmann Heinrich Doering gebaut.       Eine Bermuda Sloop von 1740.
Die Bermuda Sloops waren ein viel genutzter Schiffstyp in der Karibik.
 
 
Schiffsmodell englischer Ostindienfahrer von 1740  Holländische Galiot von 1740 Schiffsmodell Galeasse von Stettin

Ein Englischer Ostindienfahrer von 1740.

Ein Ostindienfahrer war ein Schiff einer der Ostindien-Handelsgesellschaften der großen Nationen Europas im 17. - 19. Jahrhundert. Ihre Bestückung war einem normalen Handelsschiff jener Epoche weit überlegen, um sich gegen Piraten und Konkurrenten verteidigen zu können.

 

Eine Galiot von 1740.

Die Galiot als Schiffstyp wurde in den Niederlanden ab dem 17. Jahrhundert entwickelt. Kennzeichen sind ein flacher Schiffsboden und das runde Heck (Rundgatt).
Die Schiffe wurden meist als Handelsschiffe verwendet und für Reisen in Nord-Europa und im Mittelmeer genutzt.

   

 

 

 

Eine Galeasse aus Stettin, cirka 1750,

ein Typ Handelsschiff, der in Ostsee und Nordsee  weit verbreitet war vom 17. bis 20. Jahrhundert.

Die Galeasse wurde aus der holländischen Galiot entwickelt.


 
Schiffsmodell englische Brigg von 1750. Schiffsmodell Endeavour von 1768  Schiffsmodell französisches Sklavenschiff L'Aurore von 1784

Eine Englische Brigg von 1750.
Briggs waren zweimastige Schiffe, die wegen ihrer Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts ein beliebter Schifftyp waren.
An beiden Masten wurden Rahsegel gefahren. Briggs wurden als Handelsschiffe und bei einer Bewaffnung mit 10 bis 18 Kanonen auch als Kriegsschiffe genutzt.
 
  

  Die Endeavour von 1768, das Expeditions-schiff von James Cook.
Mit ihm brach James Cook am 25. August 1768 von Plymouth auf zu seiner Erforschung der Südsee. Die Reise führte über Tahiti, Tubuai und andere Inseln nach Neuseeland und Australien, und dann über das Cap der guten Hoffnung zurück nach England, wo er am 12. Juli 1771 wieder Anker werfen konnte.
  Das Sklavenschiff L' AURORE von 1784.
Die L' AURORE  wurde 1784 in Frankreich von dem Schiffsbaumeister H. Penevert erbaut. Von Frankreich fuhren Schiffe dieser Art an die Küste Angolas, um 600 Sklaven für die Fahrt nach Haiti, damals die französische Kolonie Saint Domingue, zu übernehmen. Dort wurden Kolonialgüter, meist Zucker, übernommen und nach Frankreich transportiert.
  

4. Fregatten und Linienschiffe im 18. Jahrhundert
    
Schiffsmodell Wappen von Hamburg III Schiffsmodell französische 40-Kanonen-Fregatte von 1750 Schiffsmodell französische Bombarde LA SALAMANDRE von 1752

Die Wapen von Hamburg von 1720.

Am 12. November 1720 war der Stapellauf des dritten Schiffs dieses Namens. 

Es  existiert hiervon noch  ein zeitgenössisches Werftmodell im Maßstab 1 : 16, das im Museum für Hamburgische Geschichte besichtigt werden kann.   
   

   

  Eine französische 40-Kanonen-Fregatte von etwa 1750.
Das Modell wurde nach den Plänen von Admiral Paris und Chapman gebaut. Die Segel stehen wie bei halbem Wind von Steuerbord. 
 

Die französische Bombarde La Salamandre lief 1752 vom Stapel.

Das Modell der Bombarde wurde als nur teilweise beplanktes Rumpfmodell gebaut, um einen Blick ins Schiffsinnere zu ermöglichen.
 
 
Schiffsmodell HMS Victory von 1765, 1 : 50 Schiffsmodell USS Confederacy von 1778  

Die HMS VICTORY von 1765, ein

Dreidecker-Linienschiff mit 100 Kanonen. Sie war das Flaggschiff von Admiral Nelson in der Schlacht von Trafalgar 1805.

 

 

 

Die USS Confederacy von 1778, gebaut im Stile der Admiralitätsmodelle.

Nur zwei Jahre nach ihrem Stapellauf wurde die Confederacy von britischen Schiffen vor der Küste von Cape Francois, Westindien, gekapert, wohin sie gesandt worden war, um Nachschub für die amerikanische Armee aufzunehmen.

 

 

   
 
5. Die letzten Kriegsschiffe unter Segeln im 19. Jahrhundert    
   
Schiffsmodell holländische Bombarde  Schiffsmodell Norwegisches Kanonenboot Axel Thorsen von 1810. Schiffsmodell englischer 74-Kanoner HMS Wellesley von 1815

Eine holländische Bombarde von 1800.

Die Bombarden mussten dem starken Rückstoß der Mörser standhalten können.

Schiffe wie die in Holland entwickelten Galioten mit sehr völligem runden Bug und Heck waren dafür gut geeignet.

Bombarden waren schwierig zu segeln, da an Stelle des Fockmastes zwei große Mörser im Vorschiff untergebracht waren und der Schwerpunkt der Takelage dadurch weit nach achtern verschoben war.

   

   

  Das Norwegische Kanonenboot Axel Thorsen von 1810.
Viele der Fahrzeuge des norwegischen Küstenschutzes waren schonergetakelt und trugen ein oder zwei schwere Geschütze. Für das Halten und Korrigieren der Position während des Schießens waren die Schiffe mit einigen Riemen ausgerüstet.
 

Der englische 74-Kanoner HMS Wellesley von 1815.

Die HMS Wellesley wurde von der East India Company in Bombay aus Teak gebaut und lief im Februar 1815 vom Stapel. Sie war ein Linienschiff mit 74 Kanonen. Namensgeber war der Duke of Wellington.
Die HMS Wellesley wurde von den Engländern bei verschiedenen Konflikten im Fernen Osten eingesetzt. Sie nahm unter anderem am Ersten Opiumkrieg teil, mit dem die Engländern die Kontrolle über Hongkong erlangten.
 
 
Schiffsmodell französische Korvette La Créole von 1827   Schiffsmodell russische Fregatte Pallada von 1833   Schiffsmodell russischer Schraubenklipper STRELOK von 1856
Die französische Korvette La Créole von 1827.
Die La Créole war eine 24-Kanonen Korvette der französischen Marine. Ihre Pläne wurden von P.M. Leroux im Jahre 1827 gezeichnet. Sie lief im May 1829 in Cherbourg vom Stapel.
Das Schiff nahm an der französischen Invasion von Mexiko im Jahre 1838 teil. Bemerkenswert war dabei das Bombardement von San Juan de Ulloa, nach dem die französischen Truppen die Stadt Veracruz einnahmen. 
 

Die russische Fregatte Pallada von 1833.

Die russische Fregatte Pallada war 1833 nach dem Vorbild der amerikanischen Fregatte USS President gebaut worden. Sie war eines der besten Schiffe der russischen Marine und wurde deshalb ausgewählt, 1853 das russische Konsulat nach Japan zu bringen. Admiral Yevfimy Putyatin leitete diese Expedition. Die Reise führte über England und Afrika nach Japan, mit dem 1855 ein Handelsabkommen geschlossen wurde.
Die Reise wurde berühmt durch den Schriftsteller Ivan Goncharov, der Admiral Putaytin als Sekretär begleitete und 1858 einen Reisebericht publizierte.
Der russische Schraubenklipper Strelok von 1856.
Der Schrauben-Klipper Strelok war eines von sechs Schwesterschiffen, die im Winter 1855/1856 in Archangelsk gebaut wurden, um die britische Blockade während des Krimkriegs zu umgehen.
Die Schiffe waren als leichte Kreuzer gegen die britische Handelsmarine gedacht, aber der Krieg war vorüber, bevor sie eingesetzt werden konnten. Die Strelok diente 1858 – 1862 im Fernen Osten und nördlichen Pazifik, u.a. zur Vermessung der Japanischen See.


Schiffsmodell gedeckte Korvette ELISABETH von 1869

Die gedeckte Korvette Elisabeth von 1869.
Die gedeckte Korvette ELISABETH war eines der ersten Schiffe der kaiserlich-deutschen Marine mit Schraubenantrieb. Sie war das letzte ganz aus Holz gebaute Kriegsschiff.

Die Erfahrungen im Krimkrieg zeigten, dass Holzschiffe mit einem Schlag erheblich an Kampfkraft verloren und nicht mehr zu Kriegszwecken eingesetzt werden konnten. Die Korvette wurde 1871 mit der Übernahme in das Kaiserreich als Ausbildungsschiff für Seeleute eingesetzt.

 

       
 
 
6. Handelsschiffe, Fischer- und Arbeitsboote im 19. und 20. Jahrhundert
   
Schiffsmodell französische Barkasse Le Canot Impérial Schiffsmodell englischer Teeklipper Cutty Sark von 1869 Schiffsmodell deutsches Zeesenboot von 1880

Die französische Barkasse Le Canot Impérial wurde 1811 für Napoleon gebaut, als er die Befestigungen von Antwerpen besichtigen wollte.

Diese Barkasse, die 17,21 m lang und 3,35 m breit ist, wurde inklusive allen Schmuckwerks in nur 21 Tagen gebaut.

Napoleon benutzte dieses hübsche kleine Boot nur ein einziges Mal, anlässlich seines Antwerpener Besuchs. Das Boot steht heute im Eingangsbereich des Musée de la Marine in Paris. 

  Der englische Teeklipper Cutty Sark von 1869.
Die Cutty Sark lief 1869 in Dumbarton, Schottland vom Stapel. Sie wurde bis 1890 für Teefrachten von China nach England eingesetzt, was sie berühmt machte als einen der schnellsten Teeklipper und Handelssegler.
1954 wurde die Cutty Sark in ihr Trockendock in Greenwich überführt und ist seitdem als Museumsschiff für die Öffentlichkeit zugänglich.
 

Ein deutsches Zeesenboot von 1880.
Das Zeesenboot wurde als Fischerboot in den flachen Gewässern der deutschen Ostseeküste entwickelt. Das Fischernetz wurde mit zwei Bäumen an Bug und Heck gehalten, während das Schiff quer zum Wind mit dichtgeholten Segeln langsam trieb und das Netz über den Grund zog.
Der Bootstyp, der im Modell dargestellt ist, zeigt die Technik von etwa 1880, als bei Neubauten die Seitenschwerter zugunsten des Mittelschwerts aufgegeben wurden.

  

      

Schiffsmodell deutsche Kuff HOFFNUNG von 1897   Schiffsmodell französische Schonerbark Cote d'Émeraude von 1925    
Die deutsche Kuff Hoffnung von 1897
Die Kuff ist ein aus Holland stammender Schiffstyp. Sie ist gewöhnlich als Schoner getakelt, mit sehr völligem runden Bug und Heck.
Man baute derartige Schiffe in Holland sowie an der ganzen deutschsprachigen Nord und Ostseeküste, denn sie hatten viel Laderaum, einfache Bedienung der Segel und geringen Tiefgang. Letzterer war wegen der geringen Wassertiefe in Flussmündungen an der Nord- und Ostseeküste von Bedeutung.
  
  Die Cote d'Émeraude, eine französische Schonerbark von 1925
Die Schonerbark wurde 1925 in Saint-Malo gebaut und für den Kabeljau-Fang vor Neufundland eingesetzt.
   

 

       
Die Modelle hier stammen aus meiner Gallerie der bereits verkauften Modelle.